Neuerscheinungen vom 10. März 2026

Einleitung: 

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

trotz der schönen Frühlingssonne startete die Redaktion des Frankfurter Personenlexikons etwas holprig in den März. Daher möchte ich Sie zunächst um Verzeihung und um Verständnis bitten, dass einzelne Beiträge in diesem Monat erst verspätet erscheinen konnten. Jetzt ist die aktuelle Artikellieferung aber komplett. Und der diesmalige Artikel des Monats, der der bedeutenden Frankfurter Fotografin Ursula Edelmann gewidmet ist, erscheint noch pünktlich zu deren 100. Geburtstag am 30. März 2026.

Artikel des Monats März 2026:
Frankfurts Bild in allen Nuancen

Sie hielt das Bild und den Wandel der Stadt Frankfurt von den Nachkriegsjahrzehnten bis ins neue Jahrtausend fotografisch fest: Ursula Edelmann. Nach einer Jugend unter dem NS-Regime genoss die gebürtige Berlinerin die Freiheit, endlich das tun zu können, was sie wollte, und nicht mehr das tun zu müssen, was vorgeschrieben war. Und sie entschied sich für den Beruf der Fotografin. Ihre Lehre bei Max Baur in Potsdam schloss sie 1948 mit Auszeichnung ab.
Auf ein Stellenangebot hin, das die junge Frau im Radio gehört hatte, ging sie über die grüne Grenze in den Westen, nach Frankfurt am Main. Hier arbeitete sie kurzzeitig als angestellte Fotografin und Laborantin in einem Fotostudio in Sachsenhausen. Bereits 1950 machte sich die 24-Jährige jedoch als freie Fotografin selbstständig. Der Einstieg in die Architekturfotografie glückte ihr noch im selben Jahr mit Aufnahmen des Neubaus der Deutschen Genossenschaftskasse am Taunustor. Bald fotografierte sie im Auftrag des Hochbauamts alle städtischen Bauprojekte der Wiederaufbaujahre.
Ab den 1960er Jahren arbeitete Ursula Edelmann vorrangig als freiberufliche Fotografin für die Frankfurter Museen. Ihre Bilder von Kunstwerken aus dem Städel, dem Liebieghaus und anderen Museen erschienen in zahlreichen Publikationen der einzelnen Häuser und gingen etwa auf Postkarten in alle Welt hinaus.
Lange wurden die Fotografien von Ursula Edelmann lediglich als Auftragsarbeiten, wenn auch von höchster handwerklicher Präzision, wahrgenommen. Erst mit einer Ausstellung des Instituts für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster 2002 rückten sie als ein Gesamtwerk von außergewöhnlicher ästhetischer Qualität und stadthistorisch einzigartigem dokumentarischem Wert in den Blickpunkt. Ihre großen Architekturfotografien nahm Ursula Edelmann bevorzugt in Schwarz-Weiß auf, wobei sie immer Wert darauf legte, dass alle Töne von Schwarz bis Weiß in den feinsten Nuancen zu sehen sein sollten. Alle ihre Fotografien sind geprägt von einer ruhigen Bildsprache, einer klaren Linienführung und einer perfekten Lichtkomposition. Zum 100. Geburtstag von Ursula Edelmann werden die Werke der 2024 verstorbenen Fotografin in zwei Ausstellungen in Frankfurt gezeigt.
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Schluss: 

Der Artikel über Ursula Edelmann setzt zugleich die in loser Folge erscheinende Reihe über Fotografinnen und Fotografen im Frankfurter Personenlexikon fort.
Außerdem bringt die Märzlieferung gleich zwei Beiträge in der laufenden Serie über Senckenbergerinnen, und zwar über die Paläontologin Herta Schmidt und über die Herpetologin Aenny Fahr. Auch Aenny Fahr war übrigens als Fotografin tätig: Sie gilt als eine Pionierin der Tierfotografie, und ihre Aufnahmen, insbesondere von Amphibien und Reptilien, kamen schon früh in renommierten wissenschaftlichen Publikationen zum Einsatz.
Eine weitere außergewöhnliche Frauenbiographie rekonstruiert der Artikel über die Malerin und Schriftstellerin Emilie Döring, die einst zu den ersten Frauen gehörte, die am Städelschen Kunstinstitut ausgebildet wurden. Nachdem sie das Städel um 1873/74 verlassen hatte, arbeitete die hochgebildete Frau eine Zeitlang als Schulbuchautorin für den noch jungen und pädagogisch innovativen Verlag von Moritz Diesterweg in Frankfurt, für den sie mehrere fachlich anerkannte Lehrbücher zur Geschichte der Antike schrieb.
Neu in diesem Monat ist auch der Artikel über den Apotheker und Unternehmer Arthur Abelmann, den Erfinder des bis heute bekannten Arzneimittels Kamillosan, der sein seit 1927 in Frankfurt ansässiges Chemiewerk Homburg unter dem Druck des NS-Regimes verkaufen musste. Aus dem Unternehmen ging schließlich der Pharmazweig der Degussa hervor.

Im vorigen Editorial hatte ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, um Unterstützung gebeten bei der Suche nach Porträts von Personen, von denen bisher kein Bild zur Illustration des entsprechenden Artikels im Frankfurter Personenlexikon ermittelt werden konnte. Das erste Ergebnis des Aufrufs sehen Sie im Artikel über die Künstlerin Caroline Schierholz, der anfangs gar nicht illustriert, dann aus Leserkreisen um eine Fotografie und jetzt noch um eine schöne Porträtzeichnung ergänzt werden konnte.
Gerne gebe ich Ihnen daher heute eine neue Liste zur Bildersuche weiter. Es fehlen etwa Porträts von
Henriette Beyschlag, der ersten Schülerin der Frankfurter Gehörlosenschule,
dem Neurologen und Psychiater Wolfgang E. Bredtschneider,
dem Lehrer und Jugendschriftsteller Karl Enslin,
dem Architekten Ernst Hiller,
dem Weinhändler Moritz Sachs-Fuld,
der Gehörlosenlehrerin Amalie Schwartz oder
dem Fotografen Fritz Vogel.
Auch die Suchliste vom vorigen Monat ist noch aktuell. Es haben sich bisher keine neuen Porträts gefunden, leider auch nicht von dem Architekten Alfred Schild, zu dessen Bauten in Frankfurt übrigens die erwähnte Deutsche Genossenschaftskasse zählte, die Ursula Edelmann zu Beginn ihrer Karriere fotografiert hat.
Wenn Sie – etwa beim Stöbern in alten Familienunterlagen oder Fotokisten – ein passendes Bild entdeckt haben und dem FP zur Onlineveröffentlichung zur Verfügung stellen möchten, freue ich mich über Ihre Nachricht unter:
info@frankfurter-personenlexikon.de
Weiterhin werde ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, natürlich über die Erfolge des Aufrufs informieren.

Schon rückt das Erscheinen der nächsten Lieferung wieder näher.
Bis dahin wünsche ich Ihnen eine gute Zeit.
Nochmals vielen Dank für Ihre Geduld – und bleiben Sie gesund!

Herzlichst
Ihre Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. April 2026.